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Reiseberichte

Vietnam

10. November 2008
Vietnam - Saigon

Von Saigon fliegen wir am 10. November nach Singapur um unsere Motorräder abzuholen. Vom Flughafen nehmen wir erst mal für 1,5 Sin$ (1EUR=1,9 Sin$) den Bus in die Stadt (Taxi 35 Sin$). Im Internet haben wir ein relativ günstiges Guesthouse ausfindig gemacht und mieten uns dort für 2 Nächte ein. Anton kommt in der Nacht aus Tokio nach und so sind wir wieder zu viert.

Wir nehmen Kontakt mit unserem Shippingagent in Singapur auf und vereinbaren einen Termin für den nächsten Tag. Scheinbar hat man an uns einen fetten Braten gerochen und präsentiert uns eine stolze Rechnung. In Tokio hat man von kleinen örtlichen Gebühren gesprochen, einen genauen Preis konnte man uns aber nicht nennen. Das die aber jetzt plötzlich 1000 US$ hoch sein sollen, damit hatten wir nicht gerechnet. Nach langem hin und her einigen wir uns dann 750 US$ extra zu zahlen. Letztendlich hat uns der Transport 1008 US$ pro Motorrad gekostet. Absolute Abzocke! Den Papierkram für den Zoll hat man auch nicht erledigt und wir müssen uns darum auch noch selber kümmern.

Dann das nächste Problem: Der Automobilclub von Singapur, der unsere Carnets vorstempeln muss, will uns verständlicher Weise nicht ohne Versicherung und einem sog. Autopass (Straßenmaut) die 3 km bis zur malaysischen Grenze fahren lassen. Aber 256 Singapur Dollar für die Versicherung und dann noch einen ungenannten Betrag für den Autopass sind uns echt zuviel. Auch als wir sagen, wir schieben die Motorräder die 3 km bis nach Malaysia stempelt man uns nicht unsere Dokumente ab. Als wir dann von einem österreichischen Ehepaar hören, die mit ihrem Auto die gleichen Probleme haben, dass sie sich einen LKW gemietet haben und ihr Auto damit aus Singapur bringen lassen wollen wir das auch so machen. Wir chartern uns 2 Mini-LKW für insgesamt 350 SIN$ für die 3 km nach Malaysia. Als wir dann die Grenze auf Singapur Seite hinter uns haben laden wir unsere Bikes auf der Brücke nach Malaysia ab und können endlich wieder unsere eigenen Motorräder fahren.

Die Grenze nach Malaysia ist sehr einfach. Man stempelt unsere Carnets ohne Probleme. Matthias verlässt uns am nächsten Tag, denn er will seine Freundin in Phuket treffen. Etwas zu schnell für uns. Leider spielt das Wetter nicht ganz so mit und es regnet oft. Die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen sind hoch. Da wir aber mal wieder campen wollen, probieren wir es aus. Nach einer völlig durchschwitzten Nacht und nassem Zelt steht für uns erstmal fest nicht mehr zu campen. Unsere Route führt uns entlang der Westküste hinauf durch Malakka gen Kuala Lumpur. Die Strassen sind alle in einem hervorragendem Zustand und Autobahnen nach englischem Vorbild. Die Preise sind erstaunlich niedrig was unserem Geldbeutel nach der Singapurgeschichte sichtlich gut tut. Kurz nach Kuala Lumpur haben wir dann so heftigen Regen das wir 2 Stunden unter einer Autobahnbrücke stehen. Es sieht wirklich so aus als ob die Welt untergeht. Die Cameron Highlands sind unser nächstes Ziel. Eine beeindruckende Berglandschaft mit vorwiegend Teeplantagen und ein Mekka für Motorradfahrer. Nach einem großen Loop durch die Highlands nähern wir uns wieder der Westküste. Eigentlich haben wir einen Ausflug auf die Insel Langkawi geplant. Was wir nicht wussten ist das es an dem von uns angesteuerten Hafen keine Autofähren gibt. Man will uns 70 km zurückschicken und dort soll dann das Motorrad auf ein Frachtschiff verladen werden. Doch mit etwas Mühe finden wir eine Fähre und setzen unsere Reise Richtung Thailand fort.

So kommen wir schneller nach Thailand zurück als wir dachten. An der malaysischen Grenze stempelt man unser Carnet erstmal falsch ab und es dauert seine Zeit den Beamten ihren Fehler klarzumachen. Die thailändische Grenze ist dann so easy das man sie völlig ohne Kontrolle passieren kann. Wir benötigen natürlich einen Stempel und ein temporäres Zolldokument für unsere Motorräder denn unser Carnet hat hier keine Gültigkeit. Unser erster Tag in Thailand endet mit einem spaßigen Friseurbesuch und einem ebenso spaßigen Karaokeabend in unserem Hotel. Am nächsten Tag heißt unser Etappenziel Kata Beach auf Phuket. Wir fahren wieder einmal durch eine tolle Landschaft und das Fahren macht allen sichtlich Spaß. Phuket kannte ich schon aus früheren Reisen, doch es wird immer mehr mit dem Tourismus dort. Eigentlich nicht das was wir wollen. Doch einige Tage am Beach sind ja auch nicht schlecht. Die Freundin von Matthias hat mir freundlicherweise einen Kettensatz mitgebracht und in Khao Lak für mich bei einem Tauchladen hinterlegt.

Unser nächstes Ziel heißt also Khao Lak. Dieser Ort wurde ja durch den Tsunami schwer getroffen aber man sieht davon eigentlich nichts mehr. Es gibt mehrere Mahnmale und mittlerweile hier und in Phuket ein Warnsystem und Evakuierungszonen. Kim hat eine Nachricht erhalten und er muss dringend nach England zurück.
So begleiten wir ihn nach Bangkok um mit ihm zusammen den Rücktransport seines Motorrades und einen Flug für ihn zu organisieren. Da es uns nicht noch einmal so wie in Singapur gehen soll, drucken wir uns erstmal eine Liste mit Frachtunternehmen aus. Eine gute Hilfe ist auch die Horizonts Website. Doch bei unserem Pech läuft der für uns wichtige Teil der Site nicht. Letztendlich haben wir Glück und wir haben nach 2 Tagen alles unter Dach und Fach. Leider können wir das Motorrad erst Montag zum Hafen bringen und so bleiben wir noch das Wochenende in Bangkok.

Das nächste Problem hat Kim mit dem Flug. Der Airport ist bis auf weiters geschlossen. Aber mehr können wir leider nicht für ihn tun. Nach fünf Tagen verlassen wir endlich Bangkok in Richtung Kanchanaburi und der River Kwai Bridge. Von dort führt uns unsere Route nördlich und wir versuchen einen Grenzübertritt bei Mae Sot nach Myanmar. Doch man lässt uns jedoch mit unseren Motorrädern nicht herein. War ja eigentlich klar! Entlang der burmesischen Grenze kommen wir langsam in die Bergwelt Thailands. Endlose Kurven, wenig Verkehr, wieder einmal tolle Landschaften. Echt toll! Wir lernen einige Mitglieder der Golden Triangel Raiders kennen und fahren mit ihnen ein Stück zusammen. Sie sind auf dem Weg nach Chiang Mai und erzählen uns von einem Motorradtreffen dort.

Über Mae Hong Song und Pai gelangen wir dann nach Chiang Mai. Passend zur Chiang Mai Bikeweek. Man muss schon sagen, wer in Thailand ein großes Motorrad fährt hat Geld. Harley und BMW sind hier die Marken. Ein Bikertreffen nach unseren Vorstellungen ist das hier nicht. Am nächsten Tag verlassen wir Chiang Mai mit Ziel Chiang Rai. Wir müssen dann noch weiter nördlich nach Chiang Khong. Die Strecke zieht sich sehr und wir müssen uns beeilen denn Anton´s Thailandvisum endet heute. In Chiang Khong gibt es eine Fähre über den Mekong nach Laos, unserem nächsten Ziel. Erstmal den Pass abgestempelt und dann auf die Suche nach einem Boot gemacht. Das Problem ist hier, dass die Preise nur von einer Person gemacht werden. Wenn wir bei den Booten nach einem Preis fragen, deutet man immer auf die eine Person und so müssen wir für die 500 Meter nach Laos 600 Baht pro Motorrad zahlen. Es ist der 8. Dezember 2008.

   

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Stefan Windmann - Löhne - Germany